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Schmuck-Unikate in japanischer Schmiedekunst
   
06. September 2018

Körner, Sterne, Spannung - Mokume Gane trifft Edelstein Teil 2

 

 

Das letzte Mal habe ich Euch in unserem Mokume Gane Blog etwas über die Grundlagen des Juwelenfassens und die besonderen Anforderungen bei dem Schichtmaterial berichtet. Heute werde ich ganz konkret über zwei Fassungsarten schreiben. Da ist zunächst die

Verschnitt-Fassung



Damit der Stein auffällt und möglichst viel von ihm zu sehen ist, nutzen wir die Fasser-Technik des Verschneidens. Dabei wird das Edelmetall um den Edelstein herum weggeschnitten ("verschnitten") und der Stein wird dadurch an den Seiten freigelegt.

Und wie wird das gemacht?





Es beginnt mit dem Bohren eines Loches. Das markiert den Mittelpunkt für den Stein und die Stelle, an er später eingesetzt werden wird. Der Juwelenfasser fräst die Öffnung auf die Größe des Steindurchmessers auf, damit der Brillant eine gute Auflage bekommt. Jetzt werden, um den Stein im Metall zu halten, kleine Kügelchen (Körner) hergestellt. Sie entstehen, wenn Markus mit dem Stichel kleine Metallspäne zusammenschiebt und sie über die Außenrundung des Steines legt. Diese kleinen 'Metallhäufchen' halten den Stein jetzt im Schmuckstück fest. Um den Stein herum schneidet er anschließend das Material weg (daher kommt auch der Name "Verschnitt") und legt dadurch den Stein frei.

Zum Schluss werden diese kleinen Späne mit einem Korneisen abgerundet, so dass sie wie kleine Kugeln aussehen - das sind die oben beschriebenen Körner, die Ihr auf dem Foto gut erkennen könnt. (Zum Vergrößern der Bilder klickt bitte auf die Bildergruppe ganz oben über dem Textbereich)



Auf diese Art und Weise können verschiedene Formen verschnitten werden, die - mit dem Stein im Mittelpunkt - dem Schmuckstück ein besonderes Design geben. Bei meinem Beispiel hat Markus, passend zum Mokume Gane Sternen-Muster des Ringes, die Brillanten als Sterne verschnitten. Schaut mal ganz genau hin: auf den Rändern rund um den Stein und auch auf den Körnern könnt Ihr die verschiedenen Farben der Edelmetalle und somit auch die Schichten des Mokume Gane
erkennen. Das ist schon etwas ganz Besonderes.


Spannung pur! - Der Spannring



Bei einem Spannring wird der Stein durch den Druck der Ringschiene auf seine Außenrundung in Position gehalten. Dadurch hängt er nahezu frei im Ring und zeigt besonders gut seine volle Größe und Brillanz. Bei Mokume Gane Ringen, die für einen Spannring verwendet werden, gibt es außerdem noch eine extra Besonderheit: an den Schnittkanten der Ringschiene, zwischen denen der Stein eingesetzt ist, kann man wunderschön den inneren Aufbau der Schichten sehen.




Damit der Edelstein auch optimal im Ring befestigt ist, gibt es allerdings ein paar

Anforderungen an den Ring



- der Ring muss in Breite und Dicke zum Durchmesser und Höhe des Brillanten passen
- die Ringschiene muss so kräftig sein, dass sie einem Scheren oder Verschieben standhält
- der Stein braucht eine Auflage in der Ringschiene, in der er Halt findet
- der Stein darf auf keinen Fall mit der Spitze über die Innenseite des Ringes herausragen, denn sonst wird er mit der Zeit herausgedrückt (und piekst außerdem unangenehm in den Finger)
- Wichtig! Der Sitz des Steines im Ring sollte regelmäßig überprüft werden.

Idealerweise werden in einem Spannring Brillanten verarbeitet, denn sie haben die notwendige Härte und Widerstandsfähigkeit, um den Druck im Ring auch auszuhalten. Andere Edelsteine können natürlich ebenfalls für einen Spannring verwendet werden, jedoch sollten auch sie eine geeignete Härte oder Elastizität mitbringen.


Eine hundertprozentige

Sicherheit

für das Halten des Steines gibt es allerdings nicht. Sollte der Ring einen plötzlichen heftigen Schlag erhalten (zum Beispiel wenn er zu Boden fällt), kann sich die Ringschiene kurzzeitig öffnen und der Stein im ungünstigsten Fall sogar herausspringen.

Den Sitz des Steines sollte man unbedingt regelmäßig überprüfen lassen, damit ein sicherer Halt immer gewährleistet ist.




Eine Kombination aus Spann-Technik und Verschnitt ist ebenfalls möglich - das ist dann das Non plus ultra der Fasserkunst! (Übrigens: die Trauringe auf diesen Fotos werden schon seit vielen Jahren täglich getragen und der gespannte Brillant hält immer noch...)


Hat der Fasser alles richtig gemacht und Ihr gebt beim Tragen außerdem noch etwas acht auf Euren besonderen Schatz, dann könnt Ihr Euch sicher sein: Ihr habt ein kunstvolles, einzigartiges und außergewöhnliches Schmuckstück, das seinesgleichen sucht.

 

 

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