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Schmuck-Unikate in japanischer Schmiedekunst
   

Das Messen der Ringgröße

Warum ist es eigentlich so schwierig, die passende Ringweite zu ermitteln? Unsere Tipps für das Herausfinden der optimalen Größe für Ihren Ring


Möchten Sie von uns einen Ring schmieden lassen, ohne uns persönlich besuchen zu können, dann ist das Ermitteln der passenden Ringweite oft nicht einfach.

Manchmal können Sie uns bereits Ihre Ringgröße nennen (zuvor bereits bei einem Juwelier gemessen), oder Sie haben für ein geplantes Geschenk sogar einen Ring zum Abmessen mitgebracht. Das ist toll, Sie haben sich Gedanken gemacht und mitgedacht!
Trotzdem haben wir nach der Anfertigung manchmal das Problem, dass der angefertigte Ring doch nicht optimal passt. Warum ist das so?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Vielleicht erklären wir Ihnen zuerst, worauf es beim Messen der Ringweite ankommt:

Die Maßeinheiten

Grundsätzlich gibt es bei den Ringgrößen mehrere Maßeinheiten. Die in Deutschland gebräuchlichsten wie „17 mm“ oder „Größe 57“ sind Ihnen sicherlich schon begegnet. 

Die Größenangaben in mm beziehen sich auf den Innendurchmesser des Ringes. Diese Größen werden zum Beispiel häufig bei Online-Bestellungen verwendet. Wir selbst benutzen sie nicht.

Wir verwenden Größenangaben in Nummern (in Deutschland liegt der Bereich zwischen ca. 42 und 75), die sich auf den Umfang des Ringes beziehen.  Das ist die Angabe, die wir brauchen!


Das Messen der Ringweiten

Das genaue Ermitteln der richtigen Ringweite ist von mehreren Faktoren abhängig:

1. Welche Breite und Form wird der Ring haben?

Ein sehr schmaler Ring benötigt eine andere Ringweite als ein breiter Ring. Denn beim Aufstecken an den Finger hat ein schmaler, zierlicher Ring weniger Auflagefläche und dadurch weniger Reibung als ein breiter Ring, der sehr viel mehr an der Haut haftet.
Das bedeutet, dass ein breiter Ring eine größere Ringweite haben muss als ein schmaler, damit er optimal passt.

Genauso ist es auch mit der Form des Ringes. Mit Form meinen wir den Querschnitt (das Profil), also ob der Ring auf der Innenseite abgerundet ist (in der Fachsprache heißt das blombiert) oder ob er eine gerade Innenfläche hat.

Ein Ring, der innen abgerundet ist, rutscht wesentlich leichter über den Finger, als ein Ring, der innen gerade geformt ist. Der Ring mit der nicht gerundeten Innenseite klebt regelrecht am Finger fest. Deshalb braucht man für den gerundeten Ring auch wieder eine kleinere Größe als für den mit der geraden Innenform.


2. Der Finger ist nicht immer gleich!

Mit Ringen ist es wie mit unseren Schuhen: morgens sind sie weit, abends sitzen sie eng. Das ist abhängig von der Tages-Temperatur, der Jahreszeit, der Tageszeit, ob man lange gestanden oder gesessen hat und so weiter. Ihr Ring wird also am Finger nicht immer gleich eng oder weit sitzen.
Für das Messen der Ringweite bedeutet das, möglichst darauf zu achten, wann die Ringgröße gemessen wird und die oben genannten Faktoren mit einzukalkulieren.  Das ist Erfahrungssache.


3. Rechte oder linke Hand - Für welchen Finger soll der Ring sein?

Vielleicht ist Ihnen das auch bereits aufgefallen: Der Ringfinger der linken Hand braucht eine andere Ringgröße als der an der rechten Hand. Wenn Sie die meisten Dinge mit links erledigen, dann haben die Finger der linken Hand mehr Muskeln und sind dadurch ein bisschen dicker. Daher brauchen Sie auch hier wahrscheinlich eine andere Ringgröße als rechts.  Also wird die Größe für den Finger gemessen, an dem der Ring später auch getragen werden soll.

 

 

Die Messwerkzeuge

Für den Profi spielt das richtige Werkzeug eine Hauptrolle beim Messen der Ringgröße.

Kennen Sie auch die Pappkärtchen mit den unterschiedlich großen Löchern, durch die man den Finger stecken und dann mit abgespreizten Fingern die Größe erraten kann? Das kann nicht gut funktionieren. Diese Papp- oder Plastikschablonen sind besonders ungenau, weil sie sich nur sehr schlecht handhaben lassen.

Es ist lediglich ein einziges Ringmaß für alle breiten, schmalen, gewölbten und geraden Ringformen vorhanden? Auch das wird nicht gut klappen. Wie bereits ausgeführt sollten die Messwerkzeuge eine möglichst ähnliche Form und Breite haben wie der spätere Ring.


Erstaunlicherweise gibt es im Fachhandel keine einheitliche Norm für die Werkzeuge zum Messen der Ringgrößen. Was das bedeutet, sehen Sie auf diesem Foto: 


 

Der immer gleiche Musterring wurde auf verschiedenen Ringstöcken fotografiert. Diese Arbeitsgeräte stammen von verschiedenen Herstellern aus dem In- und Ausland.

Bei einem schmalen Ring ist der Unterschied noch nicht gravierend, aber bei einem breiten Ring macht das bereits viel aus. Manchmal sogar so viel, dass der Ring nicht über den Finger passt.
Wir selbst haben in unserer Goldschmiede gleich mehrere Messinstrumente, die jeweils zu den unterschiedlichen Ringbreiten und Ringprofilen passen.  


Das richtige Messen -  So machen wir das:

Wenn wir Ihre Ringweite messen, achten wir darauf, dass das verwendete Ringmaß möglichst eine ähnliche Breite und Form hat wie der spätere Wunschring.

  • Wir messen Ihre Größe möglichst bei Zimmertemperatur (Ihre Finger sind nicht eiskalt oder angeschwollen).
  • Der Ring sollte leicht auf den Finger gleiten und sich mit etwas Widerstand abziehen lassen.
  • Wir messen mit Messwerkzeugen, die dem jeweiligen Ringprofil entsprechen
  • Bei Bestellungen von Ringen über das Internet bitten wir unsere Kunden, uns einen passenden Ring zu schicken, an dem wir die Größe abmessen können. Das Material spielt keine Rolle dabei (das kann auch ein Plastikring sein), Hauptsache er passt gut. Selbstverständlich erhalten Sie Ihren Ring unbeschädigt wieder zurück!

 


Wenn Sie uns selbst Ihre Größe mitteilen:

  • Achten Sie auf die vorher beschriebenen Kriterien.
  • Verwenden Sie möglichst nicht die Durchmesser-Angabe, sondern besser die Goldschmiedegrößen (den Umfang).
  • Möchten Sie einen Ring verschenken und haben einen Ring als Muster für die Größe (das ist uns am liebsten), achten Sie bitte darauf, einen AKTUELL getragenen Ring für den RICHTIGEN Finger zu verwenden!

 

 

 

 
 
 


 

 

Mokume Gane Manufaktur Markus Eckardt - GOLD & EDELSTEINDESIGN Juwelenfasser und Goldschmiedemeister, Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk

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