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Schmuck-Unikate in japanischer Schmiedekunst
   
01. Juli 2018

Mokume Gane trifft Edelstein - Vom Fassen der Steine in das besondere Schichtmaterial

 

 

Ein Brillant im Trauring, ein Rubin im Verlobungsring, ein Amethyst im Anhänger - ein schöner Edelstein bringt noch ein bisschen mehr Glanz & Gloria an Euer Schmuckstück. Auch bei unserem Mokume Gane Schmuck ist ein Steinchen als besonderer Hingucker beliebt. Und manchmal kann so ein glänzender Stein sogar das Tüpfelchen auf dem i sein, das den ausgefallenen Mustern noch einen Tick mehr Glanz verleiht.
Deshalb erzähle ich Euch heute etwas über das Fassen der Edelsteine in unsere Schmuckstücke.

Das außergewöhnliche Material Mokume Gane braucht viel Aufmerksamkeit beim Fassen



An sich ist das Handwerk, Steine in Schmuck zu fassen, eine alltägliche Sache. Aber bei Mokume Gane ist doch alles noch ein bisschen anders. Denn bei Mokume sind die Anforderungen für das Einsetzen von Steinen sehr viel höher als bei einfachen Edelmetallen. Warum? Weil wir, um die Muster zu erzeugen, Edelmetalle mit ganz verschiedenen Härten und Verarbeitungseigenschaften zusammenbringen. Diese unterschiedlichen Metalle verhalten sich beim Bearbeiten oft sehr gegensätzlich. Gerade beim Einsetzen von Steinen macht sich das extrem bemerkbar: die eine Legierung ist weich, die andere besonders hart. Wenn wir in einem Schichtblock vier oder fünf verschiedene Legierungen miteinander verschweißt haben, dann haben wir auch vier oder fünf verschiedene Eigenschaften zu berücksichtigen.

Deshalb sollte der Juwelenfasser unbedingt die besonderen Eigenschaften von Mokume Gane genau kennen. Erfahrung ist viel Wert, ganz besonders beim Befestigen von Steinen, denn der Stein muss sicher sitzen und darf nicht herausfallen. Die Ästhetik spielt natürlich auch eine Rolle, gutes Aussehen ist ja ebenfalls gefragt.

Bei uns ist Markus der Fasser. Er ist ausgebildeter Schmuckstein- und Juwelenfasser und in seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung hat er ein sicheres Gespür dafür entwickelt, welcher Stein zu welchem Schmuckstück passt und wie er am besten gefasst wird.


Welche Fassungs-Arten gibt es?



Für das Fassen von Edelsteinen gibt es mehrere verschiedene Techniken. Ob Einreiben, Fassen mit Verschnitt (als Faden, Pavé, Stern, Navette oder in geometrischer Form) oder auch eine speziell für den Stein angefertigte Einzel-Fassung (Zargenfassung): für jeden Stein und jedes Schmuckstück gibt es die geeignete Variante. Auch ein Spannring ist möglich, diese Technik stellt zusätzlich besondere Anforderungen (dazu weiter unten mehr).

Hier sind ein paar Beispiele:

Das Einreiben





Bei dieser Fasstechnik wird beispielsweise ein Brillant so eingesetzt, dass er glatt mit der Oberfläche des Schmuckstücks abschließt. Der Stein kommt hier voll zur Geltung, denn es gibt keine Verzierungen. Ein geübter Fasser schafft es, zum Befestigen möglichst wenig Material über den Rand des Steines zu schieben. Dann ist noch viel vom Stein zu sehen und er ist trotzdem sicher befestigt. Diese Art ist geeignet für einen Einzelstein, aber auch mehrere Steine nebeneinander oder hintereinander sehen gut aus.


Verschnitt





Beim Verschnitt wird der Stein nach dem Einsetzten in das Schmuckstück rundherum mit einer Kante "verschnitten", daher kommt der Name. Setzt man mehrere Steine mit Verschnitt in einer Reihe hintereinander ein, so nennt man das "Faden". Wird eine Fläche mit vielen Steinen besetzt, so spricht man von "Pavé". Die Steine können entweder gleich groß sein oder unterschiedliche Größen haben, für diese Fasser-Technik ist beides möglich.

Bei einzelnen Steine können verschiedene Formen um den Stein verschnitten werden. Stern, Navette, Quadrat, Dreieck oder Rechteck bieten schöne Möglichkeiten, eine passende Form zu dem Mokume Gane Muster zu finden.

Beim Verschnitt wird der Stein von Körnern gehalten. Um sie herzustellen, schneidet der Fasser mit dem Stichel um den Stein herum kleine Späne aus dem Metall heraus und schiebt sie zu kleinen Häufchen zusammen. Diese Metall-Häufchen setzt er über die Außenkante des Steines und rundet sie mit einem Korneisen ab, so dass sie wie kleine Kügelchen aussehen. Bei sehr kleinen Brillanten sind die Körner entsprechend klein, bei größeren Edelsteinen entsprechend größer. Diese Art zu Fassen ist eine Arbeit, die große Fingerfertigkeit und Augenmaß erfordert - und natürlich Geduld. Die große Kunst ist auch hier, die Edelsteine so perfekt in den Schmuck einzuarbeiten, dass sie lange sicher halten.


Geschlossene Fassung



Für große Steine verwendet man eine separate Fassung, weil die Höhe des Stein meistens größer ist als die Dicke des Schmuckstücks. Diese Zargen-Fassung wird in der Regel speziell für den Stein angefertigt. Besonders sicher ist eine geschlossene Fassung, bei der der Stein rundherum von Metall umschlossen ist. So ist er gut geschützt. Für Zargenfassungen sind auch Verzierungen, wie zum Beispiel kleine Durchbrüche, möglich.




Krappenfassung



Krappenfassungen wirken sehr zart und luftig, hier ist besonders viel vom Stein zu sehen. Bei dieser Fassungs-Art wird der Brillant durch die Drähte gehalten, er schwebt quasi über dem Ring. Naturgemäß ist eine derartige Fassung anfällig gegen Beanspruchung und sollte zumindest ein Mal im Jahr kontrolliert und nachjustiert werden.




Spannring





Eine besonders spannende Art, einen Brillant im Ring zu fassen, ist der Spannring. Hier wird der Stein ohne eine erkennbare Fassung in den Ring eingeklemmt. Zwar wird in die beiden Enden der Ringschiene eine Auflage für den Stein-Rand eingearbeitet, die ist aber nicht zu sehen. So schwebt der Edelstein nahezu frei in der Mitte des Ringes.

Bei dieser Fasser-Technik muss der Fasser genau abschätzen, wieviel Druck und Spannung er braucht, damit der Stein gut in der Ringschiene gehalten wird. Andererseits darf der Druck nicht zu hoch sein, denn sonst kann auch ein Diamant zu Bruch gehen.
Entsprechend der Höhe des Steins muss die Dicke der Ringschiene bemessen sein, denn die Spitze des Steins darf die Ring-Innenseite nicht überragen (sonst wird´s ein Märtyrer-Ring). Außerdem muss die Ring-Dicke stabil genug sein, damit der Ring nicht auseinander gebogen werden kann.

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es bei einem Spannring allerdings nicht. Fällt der Ring einmal zu Boden oder erhält er einen festen Schlag, kann im ungünstigsten Fall der Stein herausspringen. Ich finde aber, dass das tolle Aussehen eines Spannringes dieses Risiko absolut wieder wett macht.


Welche Art zu Fassen für Eurer Schmuckstück und Euren Stein am besten passt, das besprechen wir gerne mit Euch. Gemeinsam können wir zum Beispiel die passende Stelle für einen Brillanten in Eurem Trauring auswählen oder Euch zum Thema Opale, Diamanten und andere Farbsteine beraten.

Übrigens: Euren eigenen Stein könnt Ihr natürlich auch gern mitbringen.

 

 

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Mokume Gane Manufaktur Markus Eckardt - GOLD & EDELSTEINDESIGN Juwelenfasser und Goldschmiedemeister, Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk

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