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Schmuck-Unikate in japanischer Schmiedekunst
   

Geschwärztes Silber =  ein toller Kontrast
Schwarzes Silber sieht super aus, hält aber nicht lange

Das kennt Ihr bestimmt: wenn man Schmuckstücke, Bestecke oder Schalen aus Silber mal eine Zeit lang offen an der Luft liegen lässt, sind sie nach einer Weile angelaufen. Im Normalfall werden sie braun oder gelblich, manchmal auch dunkelgrau oder sogar schwarz. Wenn das Silber wieder schön hell aussehen soll, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als die Stücke mit einem Putztuch zu polieren, damit man die Silberfarbe wieder sehen kann.

Woran liegt es, dass das Silber schwarz wird?

Silber reagiert mit Schwefel. Schwefel ist in der Luft beziehungsweise in Abgasen enthalten (oder auch in Eiern: wer schon mal ein Ei mit einem Silberlöffel probiert hat, weiß:  das schmeckt Bäh!)

Auch bei Mokume Gane-Trauringen passiert das ab und an mal, dass die Silberlinien der Musterung ungewollt schwarz werden. Gerade Ringe kommen am Finger viel mit Stoffen in Berührung, die eine Verfärbung verursachen können. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man mal stark schwitzt (und der Hautschweiß sehr sauer ist), aber auch durch Kosmetika, Chemikalien, bei gesundheitlichen Problemen und der Einnahme von Medikamenten. Oft liegt es auch daran, dass die Ring-Träger/innen in Gesundheitsbädern schwimmen gehen: auch das Wasser in diesen Schwimmbecken enthält Schwefel - und der macht das Silber halt schwarz.

Die Schwarzfärbung an sich ist nicht weiter schlimm und lässt sich auch selbst ganz einfach beseitigen: bei glatten Schmuck-Oberflächen benutzt Ihr einfach ein Silberputztuch. Ist die Oberfläche aber rau oder geätzt (wie zum Beispiel bei Trauringen), dann funktioniert das mit dem Putztuch eher schlecht. Stattdessen könnt Ihr die Oberfläche des Schmuckstücks selbst neu mattieren, indem Ihr einfach mit der rauen Seite eines Spülschwämmchens über die Oberfläche des Schmuckstücks reibt und so die Oberfläche quasi abrubbelt. Das machen wir auch so, denn das Mattieren ist ja nichts anderes als das feine Verkratzen der Oberfläche. Dafür gibt es im Goldschmiedebedarf spezielle Mattier-Matten, aber im Grunde funktioniert die Spülschwämmchen-Variante ganz genauso.

 
Manchmal machen wir das extra.

Das schwarz Anlaufen kann aber auch so richtig gut aussehen! Manchmal machen wir das bei unseren Schmuckstücken sogar extra: damit man die Mokume Gane-Musterung optimal sieht, schwärzen wir das Sterlingsilber. Dabei nutzen wir die Eigenschaft von Silber, sich bei Kontakt mit Schwefel schwarz zu verfärben. Die Schmuckstücke werden einfach in eine Schwefeltinktur eingetaucht. Das Ergebnis sieht super aus und bringt einen tollen Kontrast zu den übrigen Edelmetall-Farben.

 

Wie haltbar ist das?

Manchmal wünschen sich unsere Kunden, dass wir ihre Ringe schwärzen, obwohl sie wissen, dass es nur für den einen besonderen Moment bei der Trauung halten wird...


Bei Schmuckstücken, die nicht stark strapaziert werden, wie zum Beispiel Ohr- oder Anhänger, bleibt die geschwärzte Oberfläche ziemlich lange erhalten. Denn am Hals oder am Ohr findet ja normalerweise so gut wie keine Abnutzung statt.
Bei Armschmuck, Ringen und ganz besonders bei Trauringen sieht das schon ganz anders aus: hier nutzt sich die geschwärzte Fläche durch das tägliche Tragen - also durch Abreiben, Anstoßen, Verkratzen und der ganz normalen Beanspruchung der Oberfläche - leider ganz schnell wieder ab. Bei Ringen mit einer leichten Hohlkehle (konkave Form) oder geätzten Strukturen, bei denen sich das Silber durch das Ätzen in einer Vertiefung befindet, sind die geschwärzten Flächen ganz gut geschützt und da bleibt die oxidierte Fläche ziemlich lange schwarz.

   

 

 
 
 


 

 

Mokume Gane Manufaktur Markus Eckardt - GOLD & EDELSTEINDESIGN Juwelenfasser und Goldschmiedemeister, Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk

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