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Schmuck-Unikate in japanischer Schmiedekunst
   
07. Dezember 2017

Unesco-Entscheidung: Orgelbau und Orgelmusik sind Welt-Kulturerbe

 

 

Orgelbau ist pure Handwerkskunst - traditionelles Handwerk, gepaart mit innovativer Technik der jeweiligen Epoche.



Die deutsche Unesco-Kommission in Bonn hat heute die deutsche Tradition des Orgelbaus und der Orgelmusik in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen und somit als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit gewürdigt. Das ist ein stolzer Tag auch für uns Goldschmiede.

Die Überlieferung besagt, dass die Ur-Orgel vor mehr als 2.000 Jahren in Alexandria von einem Ägypter mit Namen Ktesibios erfunden wurde. Ktesibios war Techniker und konstruierte ein Instrument mit mehreren Pfeifenreihen, die durch fußgesteuerte Kolbenpumpen betrieben wurden und unterschiedliche Töne erzeugten.
Durch die Jahrhunderte wurde diese Technik erweitert und verfeinert und der Orgelbau und die Orgelmusik gelangten über Byzanz ins Frankenreich, wo sie seit der Karolingischen Renaissance als Kulturgut bis in die Gegenwart entwickelt und gepflegt werden. Durch große Komponisten wie Johann Sebastian Bach wurde die Orgel zu dem Hauptbegleitinstrument für den Gottesdienst.

Wusstet Ihr, dass Orgeln seit dem Mittelalter von Goldschmieden gebaut wurden?



Der Benediktiner-Priestermönch Theophilus Presbyter war ein gebildeter Theologe, vielseitiger Handwerker und Goldschmied im Mittelalter. Anfang des 12. Jahrhunderts fasste seine Erkenntnisse und Erfahrungen in einem Lehrbuch zusammen. Sein Werk "De diversis artibus" belegt und beschreibt umfassend die Arbeitstechniken der mittelalterlichen Klosterwerkstätten. In seiner lateinischen Handschrift befindet sich auch eine detaillierte Bauanleitung für eine Orgel, beginnend von der Werkzeugherstellung für die Pfeifen aus Kupferblech, die Windlade der Orgel aus Kupfer oder Holz bis hin zum Balgmündungsstück als Verbindung zwischen Pfeifen und Windlade.



Übgrigens kann man sich die Orgel des Theophilus Presbyter in der Rekonstruktion von Jürgen-Peter Schindler im Orgelbaumuseum in Ostheim vor der Rhön ansehen.

Die deutsche Übersetzung des lateinischen Textes des mittelalterlichen Priestermönches ist im Buch von Professor Erhard Brepohl "Theophilus Presbyter und das mittelalterliche Kunsthandwerk" zu finden:

LXXXI. DE ORGANIS 81. Von den Orgeln
LXXXII: DE DOMO OrGANARIA 82. Von der Windlade der Orgel
LXXXIII. DE CONFLATORIO 83. Vom Balgmündungsstück
LXXXIIII. DE DOMO CUPREA 84. Von der kupfernen Windlade und ihrem Balgmündungsstück

Dieses Werk belegt, dass Orgeln seit dem Mittelalter von Goldschmieden gebaut wurden. Erst später entstand der Beruf des Orgelbauers.


Professor Erhard Brepohl, Goldschmiedemeister, Maschinenbau-Ingenieur, Dr. phil und Diplom-Designer war Markus´ Lehrer in seiner Weiterbildung zum Restaurator im Goldschmiedehandwerk. Sein Buch "Theorie und Praxis des Goldschmieds" ist als "Der Brepohl" seit 1962 das Standardwerk in der Berufsausbildung der Goldschmiede.
Markus ist sehr froh darüber, dass er die Legende Erhard Brepohl persönlich kennen lernen und von seinem umfangreichen Wissen profitieren durfte...



Habt Ihr gewusst, dass ohne uns Goldschmiede der Buchdruck nicht erfunden worden wäre? Denn auch Johannes Gutenberg war Goldschmied.

 

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